Managerhaftung bleibt 2026 eines der unterschätzten Unternehmensrisiken
- Christina Schelbert

- 22. Mai
- 1 Min. Lesezeit

Die Zahl der Haftungsfälle gegen Geschäftsführer und Vorstände steigt weiter — und viele Unternehmen unterschätzen noch immer die Dynamik aktueller Rechtsprechung.
Besonders im Fokus der Gerichte:
➡️ unzureichende Compliance-Strukturen
➡️ verspätete Reaktionen auf Krisen- oder Cybervorfälle
➡️ fehlende Dokumentation von Entscheidungsprozessen
➡️ Verletzungen von Organisations- und Überwachungspflichten
Aktuelle Entscheidungen zeigen deutlich:
Gerichte stellen zunehmend höhere Anforderungen an die aktive Risikoüberwachung durch Organmitglieder. Ein „Davon wusste ich nichts“ reicht in vielen Fällen längst nicht mehr aus.
Versicherer prüfen Risiken, Governance-Strukturen und Compliance-Prozesse heute deutlich intensiver als noch vor wenigen Jahren:
▪ strengere Obliegenheiten
▪ präzisere Risikoausschlüsse
▪ intensivere Prüfungen im Schadenfall
▪ steigende Anforderungen an Governance und Compliance
Das führt zu einer zentralen Herausforderung für Unternehmen:
Die eigentliche Gefahr liegt häufig nicht im Schaden selbst — sondern in der Frage, ob der Versicherungsschutz im Ernstfall tatsächlich greift.
Gerade deshalb sollten Unternehmen ihre bestehenden Policen regelmäßig überprüfen:
✔ Sind Cyber- und Compliance-Risiken ausreichend erfasst?
✔ Passen die Versicherungssummen noch zur Risikolage?
✔ Gibt es Ausschlüsse oder Deckungslücken?
✔ Sind interne Prozesse ausreichend dokumentiert?
2026 wird deutlich:
Versicherungsschutz allein genügt nicht mehr. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Governance, Risikomanagement und belastbarer Dokumentation.



Kommentare